Zuchtziel Rottaler

Besonderheiten der Rasse

Das Rottaler Pferd ist ein Warmblutpferd, ausschließlich in gedeckten Farben von braun bis rappschwarz. Kopf- und Bein-Abzeichen sind gering.
Rottaler sind besonders charakterfeste Pferde, vielseitig verwendbar, leistungsbereit, langlebig und fruchtbar. Stuten mit bis zu sechzehn Fohlen bis ins Alter von sechsundzwanzig Jahren, sowie vitale Pferde im Alter von über dreißig Jahren sind dokumentiert.
Der Rottaler ist die älteste bayerische Pferderasse, die als zuverlässiges Reit- und Fahrpferd erhalten werden soll.

Zuchtgeschichte

In der Monografie "Das Rottaler Pferd" von Scherling (1999) wurde die Kultur- und Zuchtgeschichte der ältesten bayerischen Pferderasse eingehend beschrieben. Das Untere Rottal ist seit Jahrhunderten ein über die bayerischen Grenzen hinaus bekanntes Pferdezuchtgebiet. Als erstes belegbares Datum für die Anfänge der organisierten Pferdezucht in Bayern ist das Jahr 1558 zu nennen. Herzog Albrecht I. ließ damals Hengste auf Klosterhöfen verteilen, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass diese auch für die Stuten der Bauern Verwendung finden sollen.Erst im Jahr 1754, also fast 200 Jahre nach den ersten Anfängen, kamen wieder Hengste durch den kurfürstlichen Marstall auf Landbeschälstationen. 1768 wurden die beiden Rottaler "Beschell Blätz" (Beschälstationen) Hörgertsham und Weihmörting eingerichtet, 1769 folgte Griesbach i. Rottal. Die staatlichen Fördermaßnahmen zur Veredelungszucht (Aufstellen edler Hengste, Musterungen, Prämien) berücksichtigten das Rottal aufgrund der hier ausgeprägten Pferdezucht in besonderem Maße. 1840 wurde ein "Rotthaler Schlag", 1866 die "Rotthaler-Race" erstmals schriftlich erwähnt. Das edle Wirtschaftspferd wurde im 19. Jahrhundert zugleich als Remonte- und Kutschpferd gezüchtet. Ab 1896 wurden erste Zuchtleistungsprüfungen durchgeführt.

 

Am 15. Juli 1906 erfolgte in Pocking die Gründung des "Rottaler Warmblutpferdezuchtverein"; mit Sitz in Griesbach (Rehaber, 1906). Der Zweck bestand in der Erhaltung und Verbesserung des "Rottaler Kutschpferdes". Im Hinblick auf eine angestrebte Reinzucht wurden eine eigene Körordnung beschlossen und ein bis heute verwendetes Stutbuch angelegt.
In der Körordnung wurde das Zuchtziel festgelegt: "Der Rottaler Perdezuchtverein hat sich die Züchtung eines gängigen, gefälligen, starken und leistungsfähigen Kutschpferdes als Zuchtziel gesetzt". Außerdem wurde in der Körordnung ein Brandzeichen geprägt: "Das Brandzeichen des Vereins ist ein lateinisches R, welches auf dem linken Oberschenkel angebracht wird".


Aus dem Rottaler Pferd ist der bayerische Trabrennsport entstanden. Im Jahr 1896 wurde in Pfarrkirchen die erste Trabrennbahn in Bayern offiziell eröffnet. Die Rennen sollten als ein Mittel zur Erreichung des Zieles dienen, welches die Hebung und Förderung eines guten, wertvollen Pferdes sein sollte. Die Rennergebnisse wurden als Zuchtleistungsprüfung herangezogen. Der Trend nach Geschwindigkeit führte jedoch zu einer Auseinanderentwicklung zum schnellen Sporttraber einerseits und zum ausdauernden, kräftigen Wagen- und Wirtschaftspferd andererseits. Durch die starke Hereinnahme von amerikanischem Traberblut verlor sich die ursprüngliche Rottaler Blutführung des bayerischen Trabers allmählich.

Rottaler Stuten waren aber die Grundlage für die schnellen Zuchterfolge in der Anfangszeit der bayerischen Traberzucht und schufen damit die Voraussetzung für den Durchbruch der mittlerweile etablierten Traberzucht in Bayern.

In der ersten Hälfte dies 20. Jahrhunderts erfolgte die Durchzüchtung der Rottaler zum bayerischen Warmblutpferd. Rottaler Züchter haben ab 1920 Leistungsprüfungen für Wagen- und Reitpferde abgehalten. Zum Karpfhamer Volksfest 1928 wurde erstmals der Rottaler Zehnerzug eingespannt.

Die Verdrängung des Rottaler Pferdes wurde unter der Bezeichnung "Rassenbereinigung" offiziell gefördert. Im Jahre 1962 wurde das seit 1906 geführte Rottaler Zuchtbuch für deutsche Warmblutpferde geöffnet. Die Verdrängungskreuzung nahm seinen Lauf (Scherling, 1999).


Nur wenige originale Rottaler Stutenlinien überlebten die staatlich verordnete Rassenbereinigung der 1960er Jahre, die eine Nachzucht norddeutscher Reitpferderassen forderte. Diese sind die Grundlage der seit den 1980er Jahren organisiert betriebenen Rottaler Erhaltungszucht. Die im Jahr 1981 gegründeten Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH) hat die Betreuung des Rottaler Pferdes übernommen. Im April 1988 wurde die "Interessengemeinschaft Rottaler" gegründet. Dennoch ging die letzte Stute mit dem alten Rottaler Brand im Jahr 1990 ein. Erst durch eine beispiellose Privatinitiative wird seit 1990 die älteste bayerische Pferderasse vor dem Aussterben bewahrt. Weitere Informationen im Internet unter:

Freundeskreis des Rottaler Pferdes

Die GEH hat das Rottaler Pferd zum Pferd des Jahres 2000 ernannt.

 

Verbreitung der Rasse

Der <base href="http://www.pferdeverband-ndb-opf.de/typo3/" />Rottaler stammt ursprünglich aus dem unteren Rottal (Niederbayern). Um 1800 stand ein Drittel der bayerischen Pferde im Landgericht Griesbach an der Rott. Das kräftige Warmblutpferd war ein wichtiges Wirtschaftsgut. Seit Ende des 19. Jahrhunderts stellte das bayerische Stammgestüt Achselschwang Rottaler Hengste für die ober- und niederbayerische Warmblutzucht auf. Im Jahre 1944 waren 251 Züchter Mitglieder im Rottaler Pferdezuchtverein.Nach dem ersten Weltkrieg ist die Rottaler Pferdezucht schließlich mit der bayerischen Warmblutzucht identisch geworden. 1955 waren 37 % des gesamten niederbayerischen Pferdebestandes Rottaler Warmblutpferde. Im Jahr 1962 waren in Bayern nur noch 251 Warmblutstuten eingetragen.

 

Die Rottaler Erhaltungszüchter bemühen sich, das Rottaler Pferd in den originalen Mutterlinien weiterzuzüchten. Von einem Bestand im Jahr 1993 mit zwei Hengsten und zwanzig Stuten im Durchschnittsalter von 16 Jahren ausgehend konnte mittlerweile eine stark verjüngte Population von fünf Hengsten und ca. vierzig Stuten erreicht werden. Im Jahr 1994 wurde das Rottaler Zuchtbuch vom Landesverband bayerischer Pferdezüchter, Pferdezuchtverband Niederbayern/Oberpfalz wieder aufgelegt. Derzeit sind in Bayern 20 Züchter aktiv. Von privater Hand sind z. Zt. 124 Spermaportionen von vier Hengsten eingelagert.

 

Leistungen

Überdurchschnittlich <base href="http://www.pferdeverband-ndb-opf.de/typo3/" />viele Leistungsträger des modernen Turniersportes stammen aus der Rottaler Population. Vor allem in der Dressur- und Vielseitigkeitsreiterei brachten es Rottaler Nachkommen bis in die allerhöchste Leistungsklasse. Im Leistungsstutbuch der FN stellt das Rottaler Pferd die höchste relative Eintragungsquote.

Zuchtziel

Das Zuchtziel orientiert sich an den Vorgaben des klassischen Rottaler Pferdes der Hochzuchtphase:

Bestmaße: Stockmaß 160 bis 165 cm, Röhrbein 22 cm, Brustumfang 200 cm. Möglichst gedeckte Farben (gleiche Rasse, gleiche Farbe) mit wenig Abzeichen. Gebäude: Kopf edel, breit, ausdrucksvoll, gefällig. Hals breit angesetzt, leicht genug im Genick. Körper mit breiter tiefer Brust, starkknochig, harmonisch mit gut bemuskelter Kruppe, Fundament kräftig und trocken, gut ausgeprägte Gelenke, korrekt.
Schwungvolle, raumgreifende Gänge sind gefordert.
Die Tiere haben im ausgeglichenen Temperament, in der Fruchtbarkeit und in der Langlebigkeit herauszuragen.

 

Staatliche Förderung

Die Erhaltung der Rasse "Rottaler Warmblutpferd" wird vom Staat durch folgende Maßnahme gefördert:Gewährung einer Prämie in Höhe von 150 Euro; für jedes im Zuchtbuch erstmals registrierte Fohlen mit mindestens 25 % Rottaler Blutführung und mindestens vier eingetragenen Elterngenerationen. Der Vater des Fohlens muss in das Hengstbuch und die Mutter in das Hauptstammbuch oder Vorbuch des Stutbuches "Rottaler Pferd" beim Pferdezuchtverband Niederbayern/Oberpfalz eingetragen sein. Das Fohlen muss einen Stammbuchnachweis und einen Abstammungsbrand haben. Antragsberechtigt sind Inhaber pferdehaltender Betriebe, die im Besitz einer Hofstelle mit Betriebsgebäude in Bayern und Mitglied des Landesverbandes bayerischer Pferdezüchter sind, der in Bayern das Stutbuch des Rottaler Pferdes führt.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter:

www.stmlf.bayern.de/agrarpolitik/programme/foerderwegweiser/12753/

 

Eine weitere Adresse mit interessanten Informationen zum Rottaler Pferd

http://www.lfl.bayern.de/itz/uebergreifend/11500/?context=lfl/itz/pferd/

Termine

Fr, 10.09.2010 Fohlenauktion Warmblut

in Dingolfing/Moosthenning

Sa, 18.09.2010 Zukunftspreis der 2-jährigen Warmblut- und Haflingerstuten

9. Walter-Wadenspanner-Schau in Rohr

Sa, 25.09.2010 Fohlenauktion Haflinger/Kaltblut

in Regen, Bayerwald Tierzuchthalle

Do, 07.10.2010 Süddeutsche Haflingerkörung

in München-Riem